Donnerstag, 1. Dezember 2016
Lieblingssymptome
Dem geneigten Leser, der mich noch nicht so gut kennt, will ich versuchen, was zu erklären.
Da wäre zum einen eine unglaublich hartnäckige Übelkeit, die mich rüttelt und schüttelt, wenn ich morgens aufstehe. Falls ich aufstehe. Teilweise ist sie so schlimm, dass ich einfach so lange es geht im Bett liege.
Immer mal wieder gipfelt dass dann in tatsächlichem Erbrechen. Es kommt einfach, lässt sich nicht verhindern. Spätestens seit diesem Jahr und zahlreichen Untersuchungen weiß ich, dass es psychosomatisch ist. Das macht es nicht besser oder schlechter, es heißt nur, dass es keine körperlichen Ursachen dafür gibt. Ich hab inzwischen herausgefunden, dass es irgendwie mit Überforderung zu tun hat, und mit Angst. Na toll. Beides lässt sich ja nicht einfach so abstellen.

Und wieso erzähle ich das gerade heute hier in der Öffentlichkeit? Tja. Weil es heute wieder vorgekommen ist. Das erste Mal seit dem Klinikaufenthalt. Das erste Mal seit sieben Wochen.
Sieben Wochen ohne Kotzen. Wahnsinn. Das war wie Urlaub, das war eine echte Erholung! Das war ein Erfolgserlebnis, eine Unglaublichkeit, ein Wunder! Das war die längste stabile Phase seit fast eineinhalb Jahren. Wahrscheinlich sollte ich mich einfach freuen, dass es so lange gut gelaufen ist wie noch nie. Trotzdem hab ich den Vormittag in ziemlicher Wut und Traurigkeit verbracht. Dann hab ich eine Banane gegessen und bin zu meinem Arzttermin gegangen. Die Ärztin hat mich getröstet und gesagt, ich solle Geduld haben. Der Weg sei nunmal lang, aber sie glaube, dass ich ihn gut gehe. So gut ich es halt kann. Mehr kann ich ja auch nicht tun. Das stimmt. Weiß ich ja. Das Härteste ist, es zu akzeptieren. Ich kann nichts dafür, es passiert einfach. Es gibt kein Heilmittel, zu dem ich nur greifen muss und dann ist alles gut. Aber trotzdem, es macht mich so wütend. Diese Scheißdreckswichspissarschlochmüll-Krankheit!

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